Welche Herausforderungen Projektentwicklung in Afrika bringt und wie diese zu lösen sind

Reisbach/Berlin - Einiges an Praxiserfahrung konnte Walter Danner beitragen, als er am 20.09.2017 einen Vortrag im Rahmen der Tagung „Energieerzeugungslösungen für die verarbeitende Industrie in Ghana“  in Berlin hielt. Der ehemalige UN-Berater für erneuerbare Energien ist heute Geschäftsführer der Snow Leopard Projects GmbH (SLP) und hat mit seinem Unternehmen bereits mehr als 50 Biogasanlagen in 13 Ländern auf 4 Kontinenten, mit einer Kapazitätsspanne von 10 kW (Container-Format) bis 4 MW, realisiert. Darunter auch die größte ans öffentliche Netz angeschlossene Biogasanlage in Kenia, Gorge Farm (Naivasha), mit 2,4 MW.

Ziel bei der von der GiZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) durchgeführten Veranstaltung war es, Wege zu finden, erneuerbare Energien in Ghana zu fördern und erfolgreich zu etablieren. Danners Expertise war beim anwesenden Fach- und Experten-publikum dementsprechend gefragt: Da die SLP in Afrika bereits mehrere Biogasprojekte erfolgreich umgesetzt hat, weiß er, welche Herausforderungen die Projektentwicklung dort mit sich bringt und durch welche Herangehens-weisen eine erfolgreiche Kooperation möglich ist.

„Eine Projektdurchführung in Afrika kann man nicht mit einer in Deutschland vergleichen!“, so Danner. Die Arbeitsweise afrikanischer Institutionen und Unternehmen unterscheidet sich vom deutschen Standard. Längere Prozesswege, fehlende Erfahrung mit europäischen Partnern und  teilweise    mangelnder oder fehlerhafter Informations-austausch erschweren oftmals die Zusammenarbeit. Als deutsches Unternehmen kann man sich jedoch auf diese kulturellen Unterschiede einstellen und diese bei der Projektabwicklung einplanen, so Danner.

 

Bei der Durchführung von Biogasprojekten machte Danners SLP die Erfahrung, dass es sehr hilfreich ist, afrikanischen Fachkräften einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. Dadurch erlangen diese einerseits wichtige Erfahrungen und Kompetenzen, zu denen sie in ihrem Heimatland  keinen Zugang haben und lernen, wie man strategisch an ein solches Vorhaben herangeht und sich realistische Ziele setzt. Das beste Beispiel dieser Vorgehensweise ist mittlerweile Teil des Mitarbeiterteams der SLP. Ein aus Kenia stammender Elektriker, der sich nach einem halben Jahr Mitarbeit im deutschen Team so gesteigert hat, dass er heute mehrere Biogasanlagen parallel als spezialisierter Sachverständiger allein betreut. Auch das von der SLP, KIRDI (Kenyan Industrial Research and Development Institute) und der Sequa gGmbH durchgeführte develoPPP-Projekt, welches nachhaltigen und wirtschaftlichen Einsatz von Biogas in Ostafrika zum Ziel hat, folgt dieser Linie. Durch die Ausbildung von Biogas-Trainern sowohl vor Ort, als auch in Deutschland, soll dort die Energieversorgung genauso wie die wirtschaftliche Entwicklung gefördert werden.

Walter Danners Tipp an die Teilnehmer der Tagung war: „Eine erfolgreiche Projektdurchführung in Afrika nicht nach herkömmlichen Maßstäben zu planen.“ Es gilt, die interkulturellen Unterschiede anzuerkennen und diese anzunehmen. Wer mit den afrikanischen Partnern zudem im gegenseitigen Dialog steht, Vor-Ort-Erfahrungen ermöglicht und deren Fachkräfte fördert, kann sich einer positiven Umsetzung seines Vorhabens sicher sein.

Biogas Management School

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