Es besteht allgemeiner Konsens bei Biogasanlagenbetreibern und Fachleuten darüber, dass man Stroh in der Biogasanlage nicht vergären kann. Doch das ist falsch! Zwar können wir Ihnen nicht verraten wie sie Stroh zu reinem Gold spinnen wie im Märchen. Aber mit uns können Sie Stroh zu Geld machen. Versprochen!

 

Grundlagen zur Strohvergärung:

1. Stroh ist eigentlich zu teuer um es zu vergären, daher geht es hier um Stroh welches als Anteil von Mist (Pferdemist/Geflügelmist/etc.) oder als landwirtschaftliches Nebenprodukt wie Maisstroh vorkommt.

2. Stroh muss vor dem Einbringen in die Biogasanlage aufbereitet werden. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten - mit Enzymen, Bakterien, Extrudern, Häckslern, etc. Aus Erfahrung wissen wir, dass einsilieren die einfachste und wirtschaftlichste Methode ist. Optimalerweise wird schnell verfügbare Energie in Form von Zucker, Fett oder Eiweiß zugegeben. (Futter)Melasse hat sich hier sehr gut bewährt. Die entstehenden organischen Säuren lösen die Zellwände der Zellulose und Hemizellulose auf und sorgen so für eine bessere Vergärbarkeit.

3. Durch Wässern des Strohs während und nach dem einsilieren wird Luft aus dem Silokörper gedrückt. Dies hilft Energieverlust zu vermeiden.

4. Zusammen mit mindestens 5% energiereichem Substrat (Melasse, CCM, LKS, etc.) wird das Stroh anschließend in die vorgeschaltete Hydrolyse gefüttert. Dies ist notwendig, da reines Stroh zu langsam hydrolysieren würde, dass bedeutet, die gebildeten organischen Säuren würden sofort zu Biogas umgewandelt werden. Der Abbaueffekt der Zellulose durch die Säuren ginge verloren.

5. Für eine gute vergärung des Strohs muss das sehr weite C/N-Verhältnis von 150:1 auf das in einer Biogasanlage ideale Verhältnis 30:1 verengt werden. Dies kann durch stickstoffhaltige Einsatzstoffe, z.B. Geflügelmist oder Grassiilage von jungem eiweißreichem Gras, geschehen.

6. Um den zu schnellen Abbau der Säuren weiter zu reduzieren, sollte in das Substrat Luft eingemischt werden. Wichtig hierbei ist die Einblasung direkt in das Gärsubstrat, nicht in den Gasraum! Der Sauerstoff wird von den Hydrolysebaterien für ihren Stoffwechsel genutzt und hemmt die Methanbakterien bei der Bildung von Biogas.

7. Ein weiterer entscheidender Aspekt im Biogasbildungsprozess ist die Temperatur. Die Hydrolyse sollte immer thermophil, also mit über 50° C, betrieben werden. Diese hohen Temperaturen sorgen zusätzlich zu einer Erweichung der kristallinen Ligninstruktur, und steigert somit die Biogasausbeute.

Fazit: Stroh lässt sich vergären. Es ist zwar nicht einfach, führt aber zu größerer Unabhängigkeit von den Preissteigerungen beim Silomais.

 

 

Bonus:
Beim Einsatz von Stroh in der Biogasanlage kann nur die Zellulose und die Hemizellulose von den Bakterien zu Biogas umgewandelt werden. Die Lignozellulose, der Holzstoff, der den Getreidehalm stabil macht, kann von Bakterien nicht angegriffen werden. Diese Lignozellulose bleibt im Gärrest übrig. Nach Separation und Trocknung erhalten wir einen Gärrest mit einem TS-Gehalt von 80%. Diese trockenen Gärreste sind ein idealer Brennstoff, der in Biomasseheizanlagen Holz-Hackschnitzel ersetzen kann. (Hinweis: Die Gärreste sind im Rahmen der 4. BImSch als Brennstoff genehmigungsfähig und sind bereits in mehreren Fällen genehmigt.) Die Qualität des Brennstoffs ist vergleichbar mit Holz-Hackschnitzel.

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